Der Bamberg-Refraktor wird renoviert
Fotos: Der Bamberg-Refraktor in der 11m -Kuppel der Wilhelm-Foerster-Sternwarte auf dem Insulaner.
Aufnahmen: Einsporn, (WFS) 1996
Das Haupt-Führungsinstrument der Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V., der 107 Jahre alte Bamberg-Refraktor, wird für mindestens 9 Monate nicht mehr für öffentliche Führungen zur Verfügung stehen. Die notwendig gewordene Renovierung des Instrumentes erfolgt durch die Firma "4 H Jena Engineering" in Jena, die erforderlichen Geldmittel von über 400.000 DM wurden von der "Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin" bereitgestellt. Gleichzeitig mit der Renovierung wird auch eine kulturhistorische Dokumentation durch den Verein "ReFIT e.V." (Jena) durchgeführt.
Die öffentlichen Führungen in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte werden am computergesteuerten 75 cm RC-Spiegelteleskop weitergeführt, dem lichtstärksten Teleskop in Berlin. In der nun verwaisten 11m durchmessenden Kuppel des Bamberg-Refraktors soll während der Dauer der Renovierungsarbeiten ein Ersatzteleskop aufgebaut werden.
Der Bamberg-Refrakor wurde 1889 von der Firma Carl Bamberg in Berlin-Friedenau für die soeben u.a. von Wilhelm Foerster gegründete Berliner Urania gebaut. Mit seiner Öffnung von 314mm und einer Brennweite von 5m war es zu dieser Zeit das größte Teleskop in Preußen. Nach dem Krieg wurde das Instrument zunächst in der Papestraße aufgestellt, bevor es 1963 in das neue Sternwartengebäude auf dem Insulaner übersiedelte. Betrieben wird die Sternwarte vom Verein Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V., der auch das am Fuße des Insulaners befindliche Großplanetarium unterhält. Das komplette Fernrohr mit seiner Montierung hat ein Gewicht von 4,5 Tonnen, kann jedoch leicht mit einer Hand bewegt werden. Trotz seines Alters von 107 Jahren ist der Bamberg-Refraktor bis zuletzt täglich als Haupt-Führungsinstrument für öffentliche Führungen genutzt worden. Bei den öffentlichen Führungen kommen je nach Bedarf Vergrößerungen von 70 bis 700fach zum Einsatz. Die 11m durchmessende Kuppel der Sternwarte auf dem Insulaner mit seiner zum Instrument hinaufführenden Treppe ist selbst für hunderte Besucher geeignet, wie es häufig im Rahmen von Schulführungen oder besonderen Ereignissen wie Mond- oder Sonnenfinsternissen vorkommt.
W. Tost (September 1996)



