WFS Wilhelm-Foerster-Sternwarte mit Planetarium am Insulaner, Berlin


Das Bild der Woche

KW11 / März 2000

Mondkrater Caroline Herschel

Bild der Woche, GIF, 441x400, 22kB



Quizfrage: Wer entdeckte den Kometen Encke?


Am 16. März 1750 wurde in Hannover Caroline Lucretia Herschel geboren, die eine der wenigen großen Frauen in der Astronomie wurde. Sie stand ihr ganzes Leben im Schatten ihres berühmten älteren Bruders Wilhelm Herschel, der als Entdecker des Planeten Uranus Weltruhm erlangte. Sie unterstützte ihren Bruder 40 Jahre lang bei seinen Beobachtungen und gilt als erste Frau, die einen Kometen entdeckte (1786) und es sollte nicht der Einzige bleiben. (Sie lebte und arbeitete in England von 1772 bis zum Tod ihres Bruders im Jahre 1822). Insgesamt entdeckte sie acht Kometen und ergänzte den Flamsteed'schen Himmelsatlas um 561 Sterne . Caroline fand zusätzlich in ihren systematischen Himmelsdurchmusterungen 13 Deep-Sky-Objekte, die in den (Wilhelm) Herschel'schen Nebelkatalog aufgenommen wurden. Darunter befinden sich die Messier-Objekte M110 und M48 sowie NGC 253. Sie wirkte an 63 Publikationen mit, ohne das ihr Name darin gewürdigt wurde. Erst in späten Jahren wurde ihr die verdiente Ehre als große Astronomin erwiesen, als sie (als erste Frau) in die Britische und Irische Royal Astronomical Society aufgenommen wurde. Im Oktober 1822 kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück, wo sie mit vielen Gelehrten ihrer Zeit zusammentraf, darunter dem berühmten Mathematiker Carl-Friedrich Gauss. König Friedrich Wilhelm IV verlieh ihr hier durch die Preußische Akademie der Wissenschaften eine Goldmedaille. Mit 98 Jahren starb sie in Hannover, wo sich auch ihr Grab befindet.

1889 wurde zu Ehren Carolines mit ihrem zweitem Vornamen der Kleinplanet (281) Lucretia benannt. Dieser Asteroid hat 13,1 km Durchmesser und eine Helligkeit von 16,5 mag. Den Namen C. Herschel erhielt auch ein Mondkrater im Sinus Iridum. Unser Bild ist ein winziger Ausschnitt aus dem hochaufgelösten Blatt 27C des Berliner Mondatlas auf CD-ROM. Das kleine weiße Rechteck im Überblicksbild zeigt den Ort, an dem der Krater auf dem Mond zu finden ist. Der Krater hat einen Durchmesser von 13,4 km, der gesamte Bildausschnitt umfaßt 200 km. (Die nominelle Auflösung beträgt damit 500 m/Pixel, also 27 Pixel für den Krater, 440 Pixel für unser "Bild der Woche" und 7200 Pixel für den gesamten Monddurchmesser.)

Ein besonderer Leckerbissen ist die Aufnahme des Kraters durch die Sonde Lunar Orbiter IV aus dem Jahr 1967. Hier sieht man das Krater-Innere von C. Herschel mit einer Auflösung von 50m/Pixel. Die Datei hat das Format (JPG, 633x633, 50 kB)
Quelle: RPIF (Bildbibliothek), DLR Berlin-Adlershof.

Anmerkung: In unregelmäßen Abständen präsentiert das Planetarium am Insulaner das vom SFB/NDR produzierte Feature Die Sternguckerin, in der das Leben und Wirken Caroline Herschel's dargestellt ist. Das ursprünglich für das Radio produzierte Stück ist für das Planetarium mit Sternenhimmel und ergänzenden DIAs umgesetzt worden.


Lösung der Quizfrage:
Der Komet Encke wurde 1786 von Caroline Herschel entdeckt. Nach Encke wurde er benannt, weil dieser seine Periode von 3,3 Jahren bestimmte und damit seine regelmäße Wiederkehr vorhersagen konnte.

Quizarchiv


Bilddaten
Mondkrater Caroline Herschel im Sinus Iridum.
Ausschnitt aus Berliner Mondatlas von Voigt/Giebler (WFS).
Blatt 27C, 24,3 Tage alt, 20.9.1965.
Inset: Blatt 19, Vollmond, 11.10.1965.
Instrument: 12-Zoll-Bamberg Refraktor der WFS.
Scan & Kollage: Wilfried Tost.
Datum: März 2000.
Ort: Berlin.
© Wilfried Tost, Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V.


Archiv "Bild der Woche", sortiert nach Ausgaben
Archiv "Bild der Woche", sortiert nach Objekten
ALL-ZEIT Homepage
E-mail an WFS

Autor: W.Tost, 03/00