Im einfachsten Fall genügt der Anschluss eines normalen Monitors via Composite Video-Signal, um das Bild sofort betrachten zu können. Die Empfindlichkeit der Mintron 12V1E liegt im Starlight-Modus bei 0,0001 Lux. In diesem Modus summiert die Kamera intern maximal 128 Halbbilder mit jeweils 1/50 Sek. Belichtungszeit, insgesamt kann man also pro Einzelbild 2,56 Sek. belichten. Am Monitor sieht das Ganze dann so aus, dass man alle 2,56 Sekunden ein neues Bild erhält. Während der Belichtungszeit für das jeweils nächste Bild wird das aktuelle Bild weiter angezeigt.
Die Mintron 12V1E hat einen CCD-Chip ICX039DLA Sony interline HAD mit 752 x 582 Pixeln, was einer Fläche von 6,47 x 4,83 mm entspricht. Die Pixel sind leider nicht genau quadratisch (8,6µm x 8,3µm). Mit einem 135 mm Teleobjektiv (1:2,8) kann man auf dem Monitor eine Helligkeit von +11m erreichen. Mit einem 44 cm Newton (1:4,5) kommt man bis zu +17m (1 Grössenklasse mehr als visuell, aber deutlich mehr rotempfindlich als mit dem Auge).
Es gibt auch noch eine empfindlichere Version von Mintron mit einem Sony Exview-Chip (ICX249AL). Diese liefert eine weitere Grössenklasse mehr: am Fernrohr also 2 Grössenklassen mehr als visuell, und das alles OHNE Kühlung und OHNE einen PC am Fernrohr zu benötigen.
Möchte man die Live-Monitor-Bilder aufheben, genügt die Aufzeichnung des analogen Videosignals mit einem Videorecorder oder einem Camcorder mit Video-Eingang. Am PC zu Hause kann man dann in Ruhe die Aufnahmen digitalisieren. Dann kann man auch einen Dunkelbild-Abzug vornehmen und die Bildqualität durch Addition mehrerer Einzelbilder verbessern. Das Signal-/Rauschverhältnis verbessert sich dabei mit der Quadratwurzel aus der Anzahl verwendeter Bilder. Gängige Bildverarbeitungsprogramme ermöglichen das Aufaddieren mehrerer Bilder, wobei diese nicht einmal genau deckungsgleich sein müssen, d.h. man kann auf eine exakte Nachführkontrolle verzichten.
Durch diese einfachen Verarbeitungsschritte kommt man dann am 44 cm Newton (1:4,5) in 5 Minuten „Belichtungszeit“ immerhin fast bis zu +20m , und das alles ungekühlt und ohne grossen Elektronik-Aufwand am Fernrohr.
Hervorzuheben ist die im Vergleich zum chemischen (Farb)film deutlich höhere Schärfe. Aufnahmen von Objekten mit 15 Bogensekunden Ausdehnung auf Farbfilm waren praktisch nicht möglich.
Nachteilig isr der sehr ungleichmässige Hintergrund,
insbesondere Richtung Ausleseverstärker. Ausserdem hat man nach dem
Digitalisieren nur 8-Bit tiefe Bilder, was sich nur geringfügig durch
das Aufaddieren verbessern lässt
Aufnahmen © Detlef Hartmann WFS, 2002