Bildverarbeitung in der digitalen Dunkelkammer

Die Verarbeitung der Bilder erfolgt heute nur noch in wenigen Fällen auf chemischen Wege im (Farb-) Labor. Die schlechte Reporduzierbarkeit von fotochemischen Prozessen und die geringe Haltbarkeit der Chemikalien sind eines der Hauptnachteile seine Bilder im Farblabor anzufertigen.
Ein weiterer sehr gravierender Punkt, ist das die Kontraste der Bilder erhöht werden müssen, was unweigerlich zu starken Farbstichen führt. Die  modernen Farbfilme, insbesondere die Farbnegativfilme sind heute auch ohne spezielle Behandlung für astronomische Aufnahmen gut geeignet.

Die Harware
Filmscanner mit einer Auflösung von über 2700 dpi (Punkte pro inch) sind heute für unter 700 € zu bekommen. Die heutigen PC's sind sehr leistungsfähig und die heutigen Tintenstrahldrucker liefern auf speziellem Papier Bilder die in ihrer Qualität von Papierbildern aus dem Labor  kaum noch zu unterscheiden sind. Wer die Anschaffung eines Filmscanners scheut, kann von seinen Negativen oder Dias auch eine Photo-CD fertigen lassen. Die Auflösung liegt dann bei 2000 dpi und kostet ca. 1 € pro Bild plus Grundgebühr für die CD-Erstellung. Um die Daten schließlich zu sichern ist ein CD-Brenner unumgänglich, da die Bilder eine Dateigröße von 20-60 MByte annehmen können. Für die Bilder sollten nur unkomprimierte Dateiformate mit maximaler Farbzahl, wie TIFF oder BMP verwendet werden.

Technische Daten der digitalen Dunkelkammer
Filmscanner  Auflösung  2700 dpi
Farbtiefe 36Bit
nicht vollautomatisch, manuelle Einstellungen müssen möglich
PC Prozessor 400 Mhz
RAM > 128MB
Monitor 17" Trinitron-Röhre (kein TFT-Schirm!!)
CD-Brenner
Drucker 6 Farbdrucker
1400 dpi

Die Software
Für die Bearbeitung der Bilder eigenen sich die meisten Bildverarbeitungsprogramme. Oft liegen beim beim Kauf eines Scanners oder einer Digitalkamera entsprechende Bearbeitungsprogramme dabei. Auch unter den Shareprogrammen findet man nützliche Tools.
Am häufigsten gebraucht werden:


Die Arbeitsschritte
Vorausetzung ist, das der Monitor  kalibiert ist, d.h. Farbtemperatur und Helligkeit müssen richtig sein. Das Arbeiten erfolgt bei nicht zu großer Raumhelligkeit.
Auch Monitor und Drucker müssen zueinander passen, d.h. was sieht man am Monitor und wie ist der Ausdruck. Wichtig ist auch die richtige Tinte und das richtige Papier zu verwenden. Optimale Ergebnisse erhält man nur bei Verwendung des vom Hersteller empfohlenden Verbrauchsmaterials. Das Bild sollte gut durchbelichtet sein. Nur wo viel drin ist läßt sich auch viel rausholen!

Zuerst werden Helligkeit und Kontrast und dann die Farbsättigung abgestimmt. Der Himmelshintergrund darf auf keinen Fall schwarz d.h. RGB(0,0,0) werden. Um noch mehr Details heraus zuholen, wird mit einer unscharfen Maske die lokalen Kontraste verstärkt,  während globale Helligkeitsänderungen wie Vignettierung eher gedämpft werden. Mit Schärfefiltern sollte man sehr behutsam umgehen, sonst wird das Bild zu "griesilig"



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Überarbeitung: M. Kiehl, März 2001