Jupiter geht immer früher auf und seine Sichtbarkeit verbessert sich zusehends. Man kann ihn ab August schon bis nach der Kulmination beoachten. Bei höherer Stellung am Himmel wird auch die Luft zumeist etwas ruhiger.
Folgende Entwicklungen zeichnen sich bis jetzt ab:
Ein verblassendes, gestörtes STB, welches nur noch bruchstückhaft zu sehen ist. Bei 178°II ist ein dunkler Fleck, außergewöhnlich für diese Region, aber im Prozeß der Wandlung eher "normal". Desweiteren befinden sich zahlreiche weitere kleine weiße Flecken im STB. Außerdem gibt es eine Verwerfung nach Süden zwischen 300°II und dem GRF.
Die langlebigen weißen Flecken WOS-BC und -DE sind zu einem neuen weißen Fleck verschmolzen (etwa März-April diesen Jahres). Der neue Fleck wird provisorisch "WOS-BE" genannt. WOS-BE befindet sich bei 254°II, FA bei 300°II (Anfang August).
Im SEB(C) befindet sich eine Störung, die sich durch eine langgezogene Kette von weißen Flecken, in etwas unregelmäßiger Form, durchzieht. Das Hauptfeld reicht Anfang August von 184°II bis 300°II. Eine ähnliche Störung wurde Ende achtziger Jahre beobachtet, bald danach verblaßte das SEB. Ob es diesmal wieder dazu kommt bleibt noch abzuwarten.
Ein gestörter Abschnitt im NTB/NTZ/NNTB von 345°II bis 5°II.
Der Große Rote Fleck befindet sich bei 66.1°II und hält seine Position bisher stabil. Anscheinend beendet er seinen Pendelausschlag in prograder Richtung (nach f.) und setzt wahrscheinlich zur nächsten Sichtbarkeitsperiode wieder zum rückläufigen Pendel an. Seinen letzten Pendelausschlag in prograder Richtung hatte er 1980 mit knapp 60°II und bewegte sich fortan bis 1987 retrograd. In seiner Intensität hat der GRF gegenüber letztem Jahr weiter nachgelassen, besonders seine Nordhälfte.
WOS-BE erscheint recht blaß und etwas diffus. Auf Farbaufnahmen (I. Myazaki) erscheint er deutlich bläulich. Bei 300°II sieht man WOS-FA. Das Oval gleich f.-seitig neben BE ist namenlos. Die SEB-Störung wird von schräg verlaufenden Verwerfungen begleitet, die auch die weißen Flecken an den jeweiligen Enden zur Neigung zwingen. Eine etwas diffuse Störung befindet sich auch am NTBs, die das NTB etwas nach Norden drängt (etwa 80°-120°I bzw. 20°-60°II). Auch in dieser Sichtbarkeitsperiode sind wieder zahlreiche dunkle, auffällige Barren am NEBn zu sehen.
Hier ist im STB der D-SPOT bei 178°II zu sehen. Ebenfalls auch das vorangehende Ende der SEB-Störung.
Jupiter in der Nacht vom 9. zum 10. August. Von etwa 345°II bis 5°II zeigt das NTB samt der angrenzenden Regionen NTZ und NNTB eine Störung. Begleitet durch zwei ungewöhnlich große W-SPOT. In der SEB-Störung schieben sich zwei Hauptgruppen der Fleckenreihen über- bzw. untereinander. WOS-FA liegt bei 279°II. Ab 343°II beginnt eine Verwerfung des STB nach Süden, welche erst beim GRF endet. Zugleich nimmt dort deutlich sichtbar die Intensität ab. F-seitig des GRF hat sich ein besonders auffälliger weißer Fleck gebildet.
Am 19./20. August war die Luft sehr unterschiedlich, z. T. heftig unruhig anderseits gut. Dies sieht man auch an der unterschiedlichen Qualität der einzelnen Bilder. Der große NEB-Barren im linken Bild ist etwas runder geworden, WOS-FA nahe dem p.-Rand. Das mittlere Bild zeigt drei kleine weiße Flecken im nach Süden geschwenkten STB, diese Dreiergruppe ("Tick, Trick und Track") sind seit mindestens Anfang August dort zu sehen und bewegen sich weiter in p.-Richtung. Die weißen Flecken f.-seitig vom GRF sind im Unterschied zur Aufnahmereihe vom 10. August deutlich auseinander gezerrt. Der kleine weiße Fleck sehr südlich im SSTB ist ebenfalls deutlich in p-Richtung gewandert. Der GRF selbst wird allmählich ganz von einer dunklen Strömung umschlossen.
In der Nacht vom 31. August zum 1. September war das Wetter nach längerer Wolken-/Regenpause wieder klar, aber die Luft war zeitweise sehr unruhig, besonders während der GRF-Passage. In dieser Nacht wurden auch einige interessante Mondereignisse beobachtet, die auf der Seite Jupiter im September 1998 zu sehen sind. Die Dreiergruppe "Tick, Trick und Track" (kleine weiße Flecken im STB) ist weiter in Richtung Umbruchstelle (330°II) gewandert, sie sind in den Bildern von 23:03 bis 00:10 UT zu sehen. Der GRF ist vollständig von der dunklen Strömung umschlossen, die jetzt bis etwa 10°II reicht. Die vom GRF f.-seitige Fleckengruppe im SEB hat sich in 2 Gruppen aufgeteilt, die entlang der dunklen, schrägverlaufenden SEB-Teilung prograd wandern. In der NTrZ befindet sich ein sehr feines Band (NTrB), welches auf den Bildern 23:55 und 00:10 gerade noch zu erkennen ist.
Hier noch einige Daten besonderer Objekte. Der GRF ist weiterhin stabil bei 66.1°II.
Objekt Datum Länge S -------------------------------------- WC2WOS-FA C3 1998 8 5 299.8 2 WC1WOS-FA C3 1998 8 9 297.9 2 WC2WOS-FA C3 1998 8 19 293.4 2 WC2WOS-FA C3 1998 8 31 288.8 2
Dunkler Fleck im STB
DC2SPOT C2 1998 7 23 191.1 2 DC1SPOT C2 1998 8 6 183.3 2 DC1SPOT C2 1998 8 9 183.3 2 DC1SPOT C2 1998 8 16 178.5 2 DC1SPOT C2 1998 9 1 171.5 2
Bei CCD-Aufnahmen mit dem Vermerk "WFS" wurden diese Bilder (wenn nicht anders angegeben) mit dem 6"-Doppelrefraktor der WFS aufgenommen. Als Kamera (CCD) kommt hauptsächlich eine OES LCCD14 SC in Anwendung. Aufnahmen in Okularprojektion im blaugrün gefilterten Licht (Schott BG 18). Belichtungszeiten typisch 0,66-1sec. Bildverarbeitung mit Coadding, unscharfer Maske und Kontrastanpassung.