WILHELM FOERSTER STERNWARTE E.V.
MIT ZEISS-PLANETARIUM BERLIN

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Protokoll der 1. Sitzung der Gruppe Berliner Mondbeobachter



Datum: 31. März 1956
Beginn: 15.45 Uhr Ende: 17:00 Uhr

Dieses Protokoll wird hier so präsentiert, wie es im hektographierten Original zu sehen ist, d.h. mitsamt dem originalen Umbruch, aber mit Korrektur einiger Schreibfehler.

W.Tost



               P  r  o  t  o  k  o  l  l 

                   der 1. Sitzung der

  G r u p p e  B e r l i n e r   M o n d b e o b a c h t e r
  1956 März 31  in den Räumen der WILHELM-FOERSTER-STERNWARTE
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 1. Herr Brenske begrüßt um 15:45 Uhr die Anwesenden. Es waren er-
    schienen die Herren
    H ä n d e l ,  M ü h l e ,   S c h u m a c h e r ,   M e n z e l ,
    R u d o l p h ,   Z i m m e r ,  D ö r r ,   L o r e n z , 
    Q u e s t e r ,   B r e n s k e .

 2. Die Anwesenden kamen überein, die durch ziellose Beobachtungen
    einzelner Beobachter im Argen liegende Mondbeobachtung durch 
    Koordinierung der Mondarbeit der einzelnen Beobachter im Wege
    eines laufenden Erfahrungsaustausches und eines sich daraus
    entwickelnden allgemeinen Beobachtungsprogramms zu fördern
    und die Zersplitterung der Mondarbeit zu überwinden.

 3. Der 12" Bamberg-Refraktor der Wilhelm-Foerster-Sternwarte soll
    den Mitgliedern der Gruppe zur Lösung spezieller Aufgaben und
    Nachprüfung einzelner Beobachtungen an den Privatobservatorien
    der Beobachter zur Verfügung gestellt werden. Voraussetzung für
    die Beobachtung am 12" Bamberg-Refraktor ist, daß die Beob-
    achter soweit sie die Befähigung zur Führung des Instrumentes
    noch nicht erlangt haben, entweder mit den Herren Mühle, Schu-
    macher, Menzel, Rudolph oder Brenske g e m e i n s a m  die
    Beobachtungen durchführen oder nach Übungen an dem Instrument
    die Erlaubnis zur Alleinbeobachtung durch die Leitung der
    Wilhelm-Foerster-Sternwarte erhalten haben.

 4. Die Erschienenen werden an folgenden Instrumenten laufend
    arbeiten
    Händel am eigenen  16 cm-Cassegrain
    Zimmer  "     "    10 cm-Newton
    Mühle   "     "    10 cm-Refraktor, später am 20 cm-Newton
    Schumacher a. "   107 mm-Reflektor und 50 mm-Refraktor
    Dörr    am    "     4" und am 12" der Wilhelm-Foerster-Sternw.
    Quester "     "     2" -Refraktor
    Lorenz  "     "     2" -Refraktor
    Rudolph "     "     5" -Reflektor und 12" der W.F.-Sternwarte
    Brenske "     "     8" -Reflektor (Newton)
    Menzel am 12" der W.F.-Sternwarte

 5. Den Mitgliedern der Gruppe stehen folgende Karten zur Verfügung:
    Lohrmann, Schmidt, Neison und Schröter sowie die Kleine Karte
    von Fauth (bei Herrn Brenske)
    Wilkins, Andel und Lick-Atlas (im Archiv der W.F.-Sternwarte).
    Kritische Mondkarte von Gramatzki (bei Herren Mühle und
    Brenske).
    Herr Brenske erklärt, daß er demnächst die Karte von Mädler
    auch zur Verfügung stellen könne.
    Herr Händel erklärt, daß er noch im Besitz von Negativen des
    Pariser Mondatlasses sei, die er hoffe, auch zur Verfügung
    stellen zu können.

 6. Die Erschienenen kamen überein, bei den Beobachtungen und der
    Anfertigung von Skelett-Skizzen, die zwecks Gewinnung eines
    allgemeinen Maßstabes dann für die Mitglieder der Gruppe allge-
    meinverbindlich sein sollten, möglichst von der Karte von
    Schmidt auszugehen. Die neue 5 mtr. große Karte des Engländers
    Wilkins erscheint überladen und in manchen Punkten nicht
    bedenkenfrei. 

 7. An literarischen Hilfsmitteln stehen den Mitgliedern der Gruppe
    weiter zur Verfügung
      a) die Selenotopographischen Fragmente Schröters (bei Herrn
                                                         Brenske)
      b) die Skizzen und Mitteilungen des ausgezeichneten Mondbeob-
         achters Klein in seinem Führer am Sternenhimmel (bei
                                                   Herrn Brenske)
      c) Nasmyth u. Carpenter: Der Mond (in der Wilhelm-Foerster-
                                         Sternwarte u. bei Brenske)
      d) die beiden Übersichtskarten im Debes-Mondatlas, von denen
         Herr Brenske Reproduktionen liefern kann.
      e) Beer und Mädler, Der Mond nach seinen kosmischen und
         individuellen Verhältnissen (im Archiv der Sternwarte)
      f) Neison: Der Mond und die Beschaffenheit und Gestaltung
         seiner Oberfläche  (bei den Herren Mühle und Brenske)
      g) Franz:  Der Mond     (
         Meyer:  Der Mond     (     bei Herrn Brenske
         Borchardt: Der Mond  (

 8. Die Erschienenen kamen überein, eine Art dickes Geschäftsbuch
    (Konto-Buch) anzuschaffen, das in Abschnitte nach den Beobach-
    tungsobjekten gegliedert sein soll, und in das die Beobachtun-
    gen der Gruppen-Mitglieder laufend eingetragen werden sollen
    in der Weise, daß ein Beobachter bei einem Objekt sich sofort
    informieren kann, welche Beobachtungen an diesem Objekt seitens
    der Mitglieder der Gruppe bereits vorliegen. 

 9. Herr Brenske verteilte zur ersten Anregung zu systematischen
    Beobachtungen ein 16 Punkte umfassendes Programm, das Objekte
    für große und kleine Instrumente enthält, indessen nicht als
    ein "Programm der Gruppe Berliner Mondbeobachter" schlechthin
    gelten soll. Die 16 Punkte wurden im einzelnen durchgesprochen
    und durchdiskutiert.

10. Die Erschienenen kamen überein, einmal in jedem Monat zu einer
    Sitzung zwecks Durchführung der im Punkt 2 dieses Protokolls
    genannten Ziele zusammen zu kommen. Sitzungstag soll der
    zweite Mittwoch jeden Monats sein. Die Sitzungszeit wurde auf
    19 Uhr gelegt. Sitzungsort soll bis auf weiteres die Wilhelm-
    Foerster-Sternwarte in Berlin-Schöneberg, General-Pape-Str.2
    (nahe S-Bahnhof Papestraße) sein.

           Demnach findet mit allgemeiner Zustimmung
           die nächste Sitzung am 

                       Mittwoch, dem 11. April 1956 um 19 Uhr
                       in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte

           statt.

11. Ende der Sitzung 17 Uhr

                              gezeichnet: Brenske

W.Tost

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