Die Suche nach dem Zweiten Erdmond
Überlegungen dazu ab 1950.
Methode von Clyde Tombaugh:
Schmidtkamera von Tombaugh:
K24-Kamera:
Die Methode funktionierte.
Spezialfall 1: Mond um den Mond
Spezialfall 2: Geostationärer Mond
Spezialfall 3: Kurzlebige Monde
Spezialfall 4: Mond "einfangen"
Spezialfall 5: Trojanische Monde
Suche nach "trojanischen" Monden
Beobachtungsvoraussetzungen
Quelle: "Photographische Untersuchungen des Librationspunktes L5 im System Erde-Mond",
Quelle: "Dust Cloud Moons of the Earth",
Quelle: "Photographic Observations of the Clouds in the Neighbourhood of Libration Point L5 of the Earth-Moon System",
An dieser Stelle soll es demnächst ein cgi-Script geben, mit dem die Ephemeriden für einen vorgegebenen Ort und Datum berechnet werden.
Radarsuche (1985)
Optische Suche
Aerobraking
L1-Punkt des Sonne-Erde-Systems
L4- und L5-Punkt des Sonne-Erde-Systems
Resonanzbahnen
Theoretischer stabiler Orbit um das Erde-Mond-System
Neue Zusammenstellung von verschiedenen Erdmond-Typen
Neben der eigenen Beobachtung mit der Kamera gibt es eine ganze Reihe von möglichen Fundorten für den zweiten Mond. Die Frage lautet simpel: Wer oder welche Institution oder Einrichtung hat denn eventuell den zweiten Mond bereits beobachtet, ohne es zu ahnen? Es gibt einige systematische Durchmusterungen, die auf der Suche nach einem ganz anderen Phänomen quasi als "Abfallprodukt" die Position des zweiten Mondes mit erfaßt haben. Diese gilt es zu untersuchen...
Vorhandene oder wachsende Datensammlungen:
Zukünftige Missionen oder Kampagnen:
© Wilfried Tost,
Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. Juli 1997, August 1998, Mai 2007
Der Zweite Mond !
Beobachtungen von Kordylewski:
6.3.61 19h 53.0m 10h 25m 11 Grad (1950) 10h 50m 13 Grad (1950) 6.4.61 22h 35.6m 13h 40m -5 Grad (1950) 14h 10m -4 Grad (1950)
Der zweite Mond: Kordylewski, 1961
Acta Astronomica, Vol.11, p.165-169, (Warzawa, 1961)
Der zweite Mond: Simpson, 1966
Physics Today, p.39-46, (New York, 2/1967)
Der zweite Mond: Winiarski, 1990
Earth, Moon and Planets, Vol.47, no.2, p.193-215 (Nov. 1989)
Beobachtungsaufruf
Zusammenfassung
Gibt es weitere Erd-Monde ?
Es gibt eine ganze Reihe weiterer Orte, in denen sich weitere (natürliche) Monde befinden könnten.
Im L1-Punkt Sonne-Erde hat man u.a. die Satelliten "SOHO", "Wind" und "ACE" geparkt. Diesen Logenplatz in direkter Richtung zur Sonne erreicht der Sonnenwind etwa eine Stunde früher als die Erde und die Satelliten an dieser Stelle eignen sich neben ihrer wissenschaftlicher Aufgabe auch als Sonnenwind-Frühwarnstation.
Auch die Lagrangepunkte L4 und L5 auf der Erdbahn sind gute Kandidaten. Aus Beobachtungen wissen wir, das Jupiter in diesen Punkten einige Hundert Trojaner-Asteroiden mit sich führt und 1990 fand man mit Eureka einen Asteroiden, der 60 Grad hinter dem Mars auf dessen Bahn läuft. Aus der Theorie wiederum wissen wir, das die L4- und L5-Punkte auch bei Saturn, Venus und der Erde stabil sind. Hier kann also noch gesucht und gefunden werden.
Bereits vor über 10 Jahren wurde erkannt, dass der Asteroid (1685) Toro, der 1948 vom Astronomen Wirtanen entdeckt wurde, eine sogenannte 8:5-Resonanz mit der Erde besitzt. Wenn die Erde 8 mal die Sonne umkreist, hat Toro genau 5 Umläufe hinter sich und kehrt damit periodisch wieder an die gleiche Beobachtungsposition zurück. Der minimale Abstand zum Asteroiden ist mit 19,5 Mio km gute 50 mal weiter entfernt als der Mond. Damit ist Toro aber kein wirklicher natürlicher Satellit der Erde, sondern lediglich ein Asteroid mit einer interessanten Bahn, die ihn alle 4 Jahre an die Erde heranführt.
Eine solche Bahn besitzt auch der seit Juni 1997 oft zitierte Asteroid 3753. Die beiden Forscher Hinnanen und Mikkola fanden heraus, dass seine 1:1-Resonanz mit der Erde ihn in einer sogenannten Horseshoe-Bahn immer wieder in unsere Nähe kommen läßt. Diese Bahn soll für einige Millionen Jahre stabil sein, es ist jedoch immer noch unklar, wie der Asteroid eigentlich an diese Position hat kommen können. Sowohl 3753 als auch (1685) Toro haben jeweils ca. 5 km Durchmesser und kommen der Erde auf 40- bzw. 50-fache Mondentfernung nahe.
Eine bisher unbekannte Bahn, die für natürliche (und künstliche) Begleiter der Erde geeignet ist, veröffentlichten Hinnanen und Mikkola (die "Entdecker" von Asteroid 3753, s.o.) im Februar 1997. Als sie der Frage nachgingen, warum der Weltraum im inneren Sonnensystem (vom Merkur bis zur Erde) so leer ist, verteilten sie in einer Computersimulation per Zufallsprinzip einzelne Körper in diesem Raum und ließen "die Zeit vergehen". Dabei fanden sie zu ihrer Überraschung eine bisher nicht bekannte Bahn, die über lange Zeiträume hinweg stabil bleibt. Anders als die klassischen Lagrange-Punkte L1 bis L5 ist dies eine Ellipse, die entlang der Erdbahn um die Erde verläuft. Die lange Halbachse entspricht ca. 100 Mondentfernungen, die kurze Halbachse etwa deren 50. Obwohl theoretisch nachgewiesen, konnten auf ihr noch keine Begleiter gefunden werden.
Ein umfangreicher Artikel zu den bisher bekannten 50 Monden, die zumindest
zeitweise die Erde umkreist haben, ist in der Zeitschrift
"Astronomie und Raumfahrt", Nr.97 vom Februar 2007 erschienen. Artikel "Neues
von den Erdmonden", Seite 11-14, von Wilfried Tost.
Eine Zusammenfassung findet sich im
Protokoll 495 der Gruppe Berliner Mondbeobachter, wo dieser Artikel
in der Gruppe besprochen und diskutiert wurde.
Beobachtungsmöglichkeiten
Eine Tabelle mit Beobachtungszeiten gibt es auf der
Datenseite
der Gruppe Berliner Mondbeobachter. Für interessierte Beobachter kann
auch eine Liste für einen speziellen Ort erstellt werden.